| 6. Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. in Herford/Westfalen vom 09.10. - 11.10.2009 |
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In diesem Jahr hatten sich 20 Teilnehmer zur diesjährigen Herbsttagung des Vereins Ostpommern im Waldesrand-Hotel in Herford angemeldet. Obwohl die Zahl der Teilnehmer urlaubs- und krankheitsbedingt geringer ausfiel als in den Vorjahren, wurde es dennoch eine für alle Anwesenden erfolgreiche Tagung sowie bezüglich der künftigen Vereinsarbeit in einigen wesentlichen Punkten richtungsweisende Veranstaltung. Am 10. Oktober 2009 begann die Herbsttagung mit den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzende Mathias Sielaff. Er unterstrich das gemeinsame Anliegen, dass sich alle anwesenden Mitglieder und Gäste in den kommenden beiden Tagen „inspirieren und beflügeln“ mögen, um mit neuen Erkenntnissen und Sichtweisen ihre eigenen Orts- und Familienforschungen zu bereichern. Auch in diesem Jahr blieb es nicht aus, an aktive und engagierte Mitglieder zu erinnern, die inzwischen verstorben waren. Wir nahmen Abschied von den Gebrüdern Höftmann, die in den vergangenen Jahren unsere Vereinsarbeit mit wichtigen Beiträgen unterstützt hatten. Im Frühjahr waren beide innerhalb zweier Wochen unter besonders tragischen Umständen verstorben, und sie verdienen nun, dass wir ihr Andenken bewahren. Nach den Begrüßungsworten folgte der Vortrag unseres Gastreferenten Johannes Markus aus Brakel-Bellersen. Der 2. Vorsitzende des Vereins „Zum Kleeblatt“ gab unter dem Titel „Und was führ´n Sie im Schilde?“ eine sehr lebendige Einführung zum Thema „Heraldische Grundsätze bei der Suche nach einem Orts- und Familienwappen“. Besonders interessant waren die Schilderungen von den Ursprüngen der Wappengeschichte, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, als sich einzelne Personen und Familien unverwechselbare Erkennungszeichen zulegten. Später wurde das Führen eines Wappens auch von den Städten und Ländern übernommen. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden diese oftmals angepasst, was Herr Markus anhand zahlreicher Beispiele verdeutlichte. Letztlich brachte jede Epoche mit ihren Veränderungen erneut weitere Elemente in die Städte- und Landeswappen ein. Die Zusammenlegungen von verschiedenen Landesteilen zu Bundesländern oder die Kommunalreform in Deutschland vor 40 Jahren schufen neue Wappen, die oftmals die historischen Zeichen ihre ursprünglichen Gebiete vereinten. Dies bedeutet aber auch, dass je einfacher sich ein Wappen heute darstellt, umso älter es in der Regel auch ist. Von der Kommunalheraldikt ging Johannes Markus dann zu den Familienwappen über, bei denen sehr ähnliche Merkmale (Schild, Helm, Helmzier, Farebn etc.) bei der Gestaltung verwendet werden. Hier spielen vor allem sogenannte „Redende Wappen“ eine Rolle, die mit ihren Symbolen und Bildern einen engen Bezug des Namens zu seiner Herkunft darstellen. Am Beispiel seines eigenen Familienwappens erläuterte Johannes Markus, welche Regeln gelten sowie welche Freiheiten bei der Wappengestaltung möglich sind. ![]() Die Teilnehmer auf dem Turm des Museumsparks Kalkriese. Nach Rückkehr ins Hotel sowie dem gemeinsamen Abendessen fand die Mitgliederversammlung unseres Vereins statt. Dabei wurde zunächst das Protokoll der vorherigen Versammlung 2008 von Michael Kallas verlesen. Danach folgte der zusammenfassenden Bericht über die Vereinsaktivitäten des vergangenen Jahres durch den 1. Vorsitzenden. Anschließend stellte Thorsten Sick den Kassenbericht für das Berichtsjahr 2008/09 vor, den Dr. Ulrich Neitzel in seiner Funktion als Kassenprüfer mit lobenden Worten bestätigte. Dr. Ulrich Neitzel wurde später von den anwesenden Mitgliedern erneut einstimmig zum Kassenprüfer gewählt. Vor allem der Ausblick auf die künftige Arbeit des Vereins sowie auf geplante Aktivitäten bot wichtige Aspekte der diesjährigen Mitgliederversammlung. Dabei ist vor allem der weitere Ausbau der „Ostpommern-Datenbank“ zu nennen. Diese Datenbank, die den Mitgliedern erstmals im vergangenen Jahr vorgestellt wurde und die bisher viele tausend Daten aus Kirchenbuch-Eintragungen des Kreises Schlawe und seiner Umgebung umfasst, soll in den nächsten Monaten deutlich umfangreichere Möglichkeiten bieten. Insbesondere Standesamts-Eintragungen sowie Daten aus Verlustlisten und die Listen der Militärpflichtigen sollen künftig ebenfalls aufgenommen werden. Damit vervielfachen sich die Möglichkeiten für interessierte Orts- und Familienforscher, den Datenbestand gezielt und „per Knopfdruck“ auswerten zu lassen. Am Vormittag des 11.Oktober setzte Thorsten Sick mit seinem Vortrag „Die Familie Pahnke/Villnow - Eine Familienforschung ohne Kirchenbuch“ die Tagung fort. Zunächst beschrieb er mit den Personenstandsunterlagen, der historischen Literatur und dem vorhandenen Archivmaterial die drei wesentlichen Säulen der Familienforschung. Während Kirchenbuch- und Standesamtsregister selbstverständlich von größter Bedeutung für die Forschung nach Namen und Daten sind, sollten jedoch gleichzeitig andere wichtige Quellen nicht unberücksichtigt bleiben. Und diese Quellen (z. B. Amts- und Kirchenblätter, Grundbuchakten etc) können sehr zahlreich vorhanden und bedeutsam sein. Anhand eindrucksvoller Beispiele aus den verschiedensten Bereichen verdeutlichte Thorsten Sick, welche Möglichkeiten für den Anwender vorhanden sind und wie diese bei der eigenen Forschung in Archiven usw. hilfreich sein können. Einen Schwerpunkt seines Vortrages bildeten ausführliche Erläuterungen, wie die Namensangaben und weiteren Inhalte des 1. Bandes unserer Schriftenreihe „Die Einwohnerlisten des Rügenwalder Amts 1731-1803“ zu deuten sind. Dazu sind oftmals Kenntnisse der damaligen Lebensverhältnisse als Schlüssel des Verständnisses notwendig. Dann aber werden Zusammenhänge sichtbar und Schlussfolgerungen möglich, die nur zwischen den Zeilen stehen. Thorsten Sick gelang es sehr lebendig, den Zuhörern genau dies darzustellen. Gegen Ende der diesjährigen Herbsttagung erfolgte die Abschlussplanung der Archivfahrt des Vereins Ostpommern nach Greifswald im nächsten Frühjahr. Thorsten Sick, der die Organisation und Gestaltung dieser gemeinsamen Studienfahrt übernehmen wird, moderierte die Diskussion über den geeigneten Zeitpunkt sowie die Zielsetzung. Der Grundgedanke dieser Reise soll es sein, dass Archiv-erfahrene wie –unerfahrene Vereinsmitglieder gemeinsam an der „Quelle“ forschen, sowohl für sich selbst als auch für die zahlreichen wichtigen Projekte des Vereins. Am Mittag des 11. Oktober endete die diesjährige Tagung. Erneut hatte sich der Anspruch erfüllt, dass uns das gemeinsame Erleben von Themen rund um die Orts- und Familienforschung inspiriert und beflügelt. |
| 5. Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. in Herford/Westfalen vom 07.11. - 09.11.2008 |
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Zu der diesjährigen Herbsttagung des Vereins Ostpommern trafen sich mehr als 30 Mitglieder und Gäste vom 07.-09. November 2008. Veranstaltungsort war erneut das Waldesrand-Hotel in Herford. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der 1. Vorsitzende Mathias Sielaff die Teilnehmer. Neben einer Reihe organisatorischer Informationen zum Tagungsverlauf galt es dabei, die Anwesenden davon zu unterrichten, dass Fritz Schumacher im März 2008 nach schwerer Krankheit verstorben war. Als langjähriges Mitglied unseres Vereins bleibt uns Fritz Schumacher als interessierter und engagierter Ort- und Familienforscher in Erinnerung, dessen Anliegen es war, das geschichtliche Wissen seiner Heimat im nördlichen Kreis Schlawe zu erhalten. Geleitet von dieser gemeinsamen Auffassung zur Bewahrung der pommerschen Geschichte werden wir seine Arbeit fortsetzen. Darüber hinaus würdigte Mathias Sielaff in seiner Begrüßungsansprache die außerordentliche Rolle von Henriette Krockow, die im September ihr 90. Lebensjahr vollendet hatte. Wie kein zweites Mitglied unseres Vereins hat sich Frau Krockow seit vielen Jahren als tatkräftige Mitstreiterin und zuverlässige Bearbeiterin bei der Erfassung vor allem von Kirchenbuch-Daten erwiesen. Für diese wichtige Tätigkeit zollen wir ihr besonderen Dank und Anerkennung. Auch in diesem Jahr war die Auswahl der Vorträge und Referenten von dem Wunsch geleitet, den Tagungsteilnehmern ein möglichst vielseitiges und breites Programm zu bieten, um unterschiedliche Aspekte zum Thema Orts- und Familienforschung betrachten zu können. Den Kern der Veranstaltung bildeten dabei die Ausführungen der beiden Gastreferenten. Zunächst gab Beate Stüber vom Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e. V. zahlreiche Antworten auf die Frage: Wie schreibe ich eine Familienchronik? Mit dieser Fragestellung haben sich sicherlich die meisten Orts- und Familienforscher bereits beschäftigt, denen es nicht allein darum geht, Namen, Daten und Informationen zu sammeln, sondern diese auch ihren Mitmenschen und der Nachwelt zu vermitteln. Im Vordergrund ihrer Ausführungen stand dabei für die Referentin nicht die Frage, welche konkreten Quellen für die Forschungen betrachtet werden können. Vielmehr gab sie Anregungen dazu, wie bereits gesammelte Ergebnisse und Materialien sinnvoll ausgewählt und wirkungsvoll dargestellt werden sollten. Insbesondere das Einbinden von Fotos und Karten sowie die übersichtliche Darstellung familiärer Verbindungen sind dabei von zentraler Bedeutung. Im Wesentlichen beschrieb Beate Stüber, welche inhaltlichen und gestalterischen Anforderungen an eine Familienchronik gestellt werden sollten. Außerdem zeigte sie, wie mit doch einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln, vorzeigbare Präsentationen und Darstellungen von Orts- und Familienforschung möglich sind. An zahlreichen Exemplaren aus ihrer Vereinsbibliothek ließen sich ihre Tipps und Ratschläge für alle Zuhörer veranschaulichen. Am Nachmittag berichtete Detlef Ziemann vom „Onlineprojekt Gefallenendenkmäler“ sowie von dessen Bedeutung für die Orts- und Familienforschung. Ziel dieses virtuellen, nur im Internet existierenden Projektes von Ahnenforschern für Ahnenforscher ist es, möglichst viele Gefallenendaten zusammenzutragen und diese den Suchenden in aller Welt zur Verfügung zu stellen. Das „Onlineprojekt Gefallenendenkmäler“ distanziert sich ausdrücklich von jeder Form der "Heldenverehrung" und/oder Kriegsverherrlichung! Ziel des Projektes ist es vielmehr, die Toten, Vermissten und anderen Opfer von Krieg und kriegsbedingtem Terror zu ehren und gleichzeitig die auf den Denkmälern angebrachten Personen und Inschriften zu dokumentieren, zu archivieren und der Allgemeinheit, besonders den Ahnenforschern in aller Welt, als eine weitere Datenquelle zu bieten. Oftmals ist der Eintrag auf einem Gefallendenkmal die letzte Spur, die ein Mensch hinterlassen hat. Und genau diese Spuren suchen und sammeln wir.“, so Detlef Ziemann. Wie das Projekt funktioniert und wie Interessierte daran mitwirken können, wurde von Detlef Ziemann im Rahmen seines ausführlichen Vortrages beschrieben. Die Sammlung beschränkt sich auf Kriegsopfer deutscher und österreichischer Herkunft. Der Standort des Denkmals, dessen Daten erfasst werden, ist dabei unerheblich. Insgesamt sind bisher 11 Kriege/Konflikte im Rahmen des Projektes dokumentiert, beginnend mit dem Jahre 1702 (Spanischer Erbfolgekrieg). ![]() Historische Unterrichtsstunde in der Museumsschule. ![]() Der neue Vorstand v. l.: Michael Kallas, Thorsten Sick, Mathias Sielaff. Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung berichtete Thorsten Sick von diversen Büchern und Unterlagen des sich im Aufbau befindlichen Vereinsarchivs bzw. der Vereinsbücherei. Diese Literatur soll künftig auch den Mitgliedern im Rahmen einer vereinsinternen „Fernleihe“ zur Verfügung stehen. Auch der Austausch von Büchern mit anderen genealogischen Vereinen wurde als mittelfristiges Ziel diskutiert. Zahlreiche Bücher, Chroniken, Kirchenbuch-Kopien, Bestandsverzeichnisse etc., die bereits heute Teil unseres Vereinsarchivs sind, waren auch in diesem Jahr ausgelegt und konnten von den Tagungsgästen ausführlich genutzt und eingesehen werden. Am Sonntagvormittag beschrieb der Vorsitzende Mathias Sielaff in seinem Vortrag „Der Aufbau der Registerdatenbank für Kirchenbücher und Standesamtsregister des Vereins Ostpommern“ wie sich eines der wichtigsten Vorhaben des Vereins inzwischen verwirklicht hat. Seit vielen Jahren haben zahlreiche Hobbyforscher an der Erfassung heute noch existierender Kirchenbücher aus dem Kreis Schlawe sowie den Nachbarkreisen mitgewirkt. Inzwischen ist ein beträchtlicher Datenbestand erfasst worden, der nun aktuell im Rahmen einer neu geschaffenen „Ostpommern-Datenbank“ verwaltet und bearbeitet werden kann. Die Idee, dass mit Hilfe einer Datenbank sehr einfach nach bestimmten Namen, Orten und auch Berufsbezeichnungen selektiert werden kann, ist damit Realität geworden. Vor allem interessiert waren die Zuhörer, als auch an Beispielen gezeigt wurde, wie leicht „per Knopfdruck“ Suchergebnisse erzeugt werden können. Gegen Mittag des 9. November verließen die Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten den Ort der Veranstaltung. Erneut positiver Zuspruch aller teilnehmenden Orts- und Familienforscher festigten den Eindruck, dass wir auf eine erfolgreiche Jahrestagung zurückblicken konnten. |
| 4. Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. in Herford/Westfalen vom 19.10. - 21.10.2007 |
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Unter dem positiven Eindruck der aktuellen Veröffentlichung der „Mühlenchronik des Kreises Schlawe“ trafen sich vom 19.-21. Oktober die Mitgliedern, Mitarbeitern und Interessenten des Vereins zur Jahrestagung in Herford/Westfalen. Insgesamt waren zum diesjährigen Herbsttreffen mehr als 20 Teilnehmer ins Waldesrand-Hotel gereist. Auf vielfachen Wunsch war auch für dieses Jahr ein weiterer Besuch des Preußen-Museums in Minden geplant. Bereits 2005 hatten wir im Rahmen unserer Tagung die eindrucksvolle Ausstellung preußischer Geschichte ab dem 17. Jahrhundert besuchen können. Nun sollte der „Alt-Preußische“ Teil folgenden, der sich vor allem mit der Geschichte des Deutschen Ordens befasste und dessen Ausstellungsbereich im Mindener Museum ganz neu entstanden war. Dementsprechend bot sich an, auch mit dem zentralen Vortrag unserer Tagung das Thema Preußen zu behandeln und Carsten Reuß, den Leiter des Preußen-Museums, als Gast-Referenten zu gewinnen. Nach Begrüßung und Eröffnung der Tagung durch den 1. Vorsitzenden Mathias Sielaff folgte der Beitrag des Referenten. Zu Beginn seines lebendigen Vortrages „Staat und Verwaltung Preußens im 18. und 19. Jahrhundert unter Berücksichtigung der Provinz Pommern“ beschrieb Carsten Reuß, warum noch heute mit dem Namen Preußen eine so große Faszination verbunden ist. Dies liegt offensichtlich daran, dass Preußen wie kaum ein anderer Staat zu allen Zeiten zwiespältige Emotionen hervor gerufen hat. Einerseits gilt es als Verkörperung staatsbildender Werte an sich, als Inbegriff von Ordnung, Organisation, Leistung und Dienst. Kritiker Preußens hielten dem als Kehrseite die Auswüchse und Überspitzungen des Beamten- und Militärstaates entgegen: Hinzu trat die geschickte propagandistische Vereinnahmung von den Machthabern des Dritten Reiches. Auch die alliierte Kriegspropaganda beider Weltkriege zeichnete gerne preußische Zerrbilder und trug so zu dem anhaltenden Negativimage des Staates bei. Tatsächlich waren die Facetten dessen, was Preußen in rund 300 Jahren seiner Geschichte als Staat verkörperte, sehr vielseitig. So lag denn auch der Schwerpunkt des Vortrages darin, den Bereich der Staatsorganisation und Verwaltung in seinem Wandel von der absoluten Monarchie zur modernen preußischen Staatsbürgergesellschaft zu betrachten. Diese war sowohl von der Persönlichkeit der einzelnen Kurfürsten und Könige aus dem Hause Hohenzollern als auch von den wirtschaftlichen und politischen Einflüssen ihrer Zeit geprägt. Neben der allgemein historischen Betrachtung dieser Entwicklung gelang es dem Referenten an mehreren Stellen auf die Bedeutung Pommern für den preußischen Staat sowie auf die Konsequenzen preußischer Geschichte für Pommern hinzuweisen. ![]() Die Tagungsteilnehmer vor dem Preußen-Museum. Während der am Abend des 20. Oktobers stattfindenden Mitgliederversammlung nahmen die anwesenden Vereinsmitglieder sowie alle anderen interessierten Tagungsgäste teil. Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit und dem Verlesen des Vorjahresprotokolls fasste ich in meiner Funktion als 1. Vorsitzender in einem detaillierten Jahresbericht die Aktivitäten im Vereinsjahr 2006/07 zusammen. Anschließend folgte der Kassenbericht von Thorsten Sick, der auch für dieses Jahr eine positive Bilanz auswies, was von Dr. Ulrich Neitzel als Kassenprüfer entsprechend bestätigt worden war. Am Vormittag des dritten Tages setzte Thorsten Sick mit seinem Vortrag „Vorstellung über die Möglichkeiten eines genealogischen Programms“ die Tagung fort. Er berichtete über das einfach zu bedienende Genealogieprogramm für Anfänger und Fortgeschrittene „Familien-stammbaum 7.5“. Dabei ging er über die Erläuterung der grundsätzlichen Eingabemerkmale von genealogischen Informationen von Geburt, Heirat und Tod deutlich hinaus. Einen Schwerpunkt bildeten die nach eigenem Ermessen selbst zu definierenden Felder und deren anschließende Auswertungen über diverse selbst erstellte Listen. Anhand eindrucksvoller Beispiele aus den verschiedensten Bereichen verdeutlichte Thorsten Sick, welche Möglichkeiten für den Anwender vorhanden sind und wie diese bei der eigenen Forschung in Archiven usw. hilfreich sein können. Auch in diesem Jahr standen während der gesamten Tagung den Teilnehmern eine umfangreiche Ausstellung von Literatur und diversen Quellen für die Orts- und Familienforschung zur Verfügung. Neben diesen Materialien, die von den Vorstandsmitgliedern des Vereins bereit gestellt wurden, waren auch von einigen Teilnehmern interessante Unterlagen und Dokumente beigestellt worden, so dass erneut ein reger Austausch an Kenntnisse und Erfahrungen gewährleistet war. Abgesehen von den informativen Programmbeiträgen trugen nicht zuletzt diese Eindrücke dazu bei, dass auch die 4. Jahrestagung des Vereins Ostpommern für alle Teilnehmer zufriedenstellend und erfolgreich durchgeführt werden konnte. |
| 3. Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. in Herford/Westfalen vom 27.10. - 29.10.2006 |
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Vom 27.-29. Oktober 2006 waren insgesamt 24 Teilnehmer ins Waldesrand-Hotel nach Herford gereist, womit die Teilnehmerzahl des Vorjahres übertroffen werden konnte. Während der gesamten Veranstaltung stand den Teilnehmern im Tagungsraum die umfangreiche Vereins-Ausstellung zum intensiven Studium zur Verfügung stand. Die Mitglieder des Vorstandes hatten für diesen Zweck sehr umfangreiche Unterlagen und Dokumente vorbereitet und ausgestellt. Neben diversen Büchern und Chroniken aus fünf ostpommerschen Kreisen wurden auch einige Kirchenbücher ausgelegt. Hinzu kamen noch diverse Einwohnerlisten aus deutschen und polnischen Archiven. Hervorgehoben werden sollen ferner eine Vielzahl von Artikeln und Aufsätzen und vor allem die vollständigen Kopien der Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde von 1887-1942. Daneben konnte auf eine Fülle von erfassten Dateien zugegriffen werden. Auch die vereinsinternen Datenbanken mit über 50.000 Datensätzen zur Orts- und Familiengeschichte waren am PC einsehbar. Von den Möglichkeiten zur Lektüre der vielfältigen Unterlagen wurde während der gesamten Tagung reger Gebrauch gemacht. Die Auswahl der Vorträge und der Referenten war auch 2006 von dem Wunsch geleitet, ein möglichst vielseitiges und breites Tagungsprogramm zum Thema Orts- und Familienforschung in Ostpommern anzubieten. Den Kern der Veranstaltung bildeten dabei die Ausführungen der Referenten. Zunächst gab Dr. Wolfgang Keßler, Leiter der Martin-Opitz-Bibliothek, Herne, in seinem Vortrag einen ausführlichen Abriss über die "Literatur für pommersche Orts- und Familienforscher in deutschen Bibliotheken". Im Zentrum seiner Ausführungen standen dabei die Sammlungen seiner Bibliothek, die neben dem Herder-Institut, Marburg, mit etwa 250.000 Bänden den größten Bestand aus dem preußischen Osten aufweisen kann. Schwerpunkte der 1948 in Herne gegründeten Bibliothek sind die Provinzen Schlesien und Pommern. Von besonderem Interesse für die Zuhörer waren die Hinweise, nach welchen Kriterien die Martin-Opitz-Bibliothek ihren Bestand an genealogischen Daten permanent erweitert und wie dieser für die Orts- und Familienforschung zu nutzen ist. In seinem anschließenden Vortrag über die "Auswanderer in den USA", beschrieb Udo Thörner, OSFA Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e. V., anhand eindrucksvoller Beispiele die Hintergründe und den Alltag der Auswanderer im 18. und 19. Jahrhundert. Dabei beleuchtete er sowohl die politischen und wirtschaftlichen Beweggründe jener Zeit als auch das Leben und Schicksal, welches die Auswanderer in ihrer neuen Heimat erwartete. Herr Thörner, der seine Forschungen vor allem auf Familien des Osnabrücker Landes konzentriert, konnte an zahlreichen Stellen seines Vortrages auch den Vergleich zu den pommerschen Auswanderern herstellen und interessante Parallelen aufzeigen. Am Sonntag referierte Michael Kallas in seinem Vortrag "Eine Forschungsreise nach Köslin, Schlawe, Stolp und Umgebung im Frühjahr 2006" über die Eindrücke und Erlebnisse, die er auf den Spuren seiner Vorfahren und in Vorbereitung seines Projektes "Wendisch-Tychow - Eine Ortschronik" gesammelt hatte. Seine aktuellen Erfahrungen in den Archiven sowie die Beschreibung der dortigen Möglichkeiten für die Orts- und Familienforschung in Ostpommern vermittelten den Zuhörern einen lebendigen Einblick darüber, wie sinnvoll es ist, auch vorort nach Quellen zu forschen. Zwischen Vorträgen und Forschergesprächen brachte am Samstagnachmittag ein Besuch des Holzhandwerks-Museums in Hiddenhausen willkommene Abwechslung und Anregung. Angesichts der vielen Werkzeuge, Maschinen und handwerklichen Erzeugnisse, die vom Förderverein für das Holzhandwerksmuseum im Kreis Herford e.V. aus privaten Spenden zusammengetragen worden waren, wurde die Entwicklungsgeschichte der wichtigsten Holzhandwerke (Zimmerer, Tischler, Böttcher, Stellmacher, Holzschuhmacher) eindrucksvoll und praxisnah beschrieben. Dem Museumsführer Herrn Mehlmann gelang es, den jahrhundertelangen Entwicklungsprozess der Holzbe- und verarbeitung "begreifbar" zu machen und mit kurzweiligen Ausführungen die gesamte Zuhörerschaft zu fesseln. Am Abend des 28. Oktobers fand die Mitgliederversammlung statt, zu der neben den anwesenden Vereinsmitgliedern auch alle anderen interessierten Tagungsgäste eingeladen waren. Nach dem Verlesen des Protokolls der Vorjahresversammlung, dem Jahresbericht des 1. Vorsitzenden sowie dem Kassenbericht von Thorsten Sick, wurde Dr. Ulrich Neitzel einstimmig zum Kassenprüfer gewählt. Im Anschluss referierte Mathias Sielaff über den aktuellen Stand im Rahmen der Erfassung der Kirchenbücher des Kreises Schlawe. Vor allem für die kürzlich neu erworbenen Kirchenbuchkopien ging es darum, Mitstreiter zu finden, welche die kontinuierliche Arbeit der bisherigen Erfasser unterstützen und somit zum Ausbau des Datenbankprojektes weiter beitragen. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, wie wichtig und impulsgebend unsere Jahrestreffen für die Arbeit der folgenden Monate sind. Besonders deutlich wurde dies nach der Herbsttagung 2005, indem es gelang, die Begeisterung bisheriger und neuer Mitarbeiter an der Erfassung von Kirchenbuchdaten aus dem Kreis Schlawe effektiv umzusetzen. Am Sonntagmittag verließen die Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten den Ort der Veranstaltung. Erneut positiver Zuspruch aller teilnehmenden Orts- und Familienforscher festigten den Eindruck, dass wir auf eine erfolgreiche Jahrestagung zurückblicken konnten. |
| 2. Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. in Herford/Westfalen vom 21.10. - 23.10.2005 |
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Vom 21.-23. Oktober 2005 waren insgesamt 22 Teilnehmer der Einladung ins Waldesrand-Hotel nach Herford gefolgt.![]() Hildegard Upmeier, LDS, und Mathias Sielaff im Gespräch über künftige, gemeinsame Formen der genealogischen Zusammenarbeit. Den Kern der Veranstaltung bildeten die Ausführungen der Referenten. Zunächst stellte Hildegard Upmeier, Leiterin der Forschungsstelle der LDS in Hamm, die genealogischen Aktivitäten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen) vor und erläuterte die vielschichtigen Nutzungsmöglichkeiten für alle Familienforscher. Obwohl die meisten Tagungsteilnehmer bereits selbst in den genealogischen Forschungsstellen der LDS geforscht hatten, gab es dennoch für alle Anwesenden viel Neues und Wissenswertes zu erfahren. Besonderes Interesse fanden die Schilderungen darüber, wie und nach welchen Kriterien die Kirche ihren Bestand an genealogischen Daten permanent erweitert.
Am folgenden Sonntag erläuterte Michael Kallas in seinem Vortrag "Der Vater ist stets unsicher! - Wirklich? Familienforschung im Zeichen der DNS" die Verbindung zwischen Medizin/Biologie und der Familienforschung. In eindrucksvoller Weise, unterstützt mit anschaulichem Bildmaterial, trug er vor, welche genetischen Informationen über unsere Vorfahren sich noch in uns selbst verbergen und wie die Wissenschaft Schritt für Schritt diese Spuren zu entschlüsseln vermag. Alle Zuhörer wurden neugierig gemacht, wie viele Geheimnisse sich über unsere Vorfahren in Zukunft durch DNS-Merkmale noch aufklären lassen. Zwischen Vorträgen und Forschergesprächen brachte am Samstagnachmittag der Besuch im Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen in der ehemaligen Defensionskaserne in Minden willkommene Abwechslung. Angesichts der vielen Ausstellungsstücke wurde uns Besuchern die preußische Geschichte in vielen interessanten Details und anhand für viele doch neuer historischer Zusammenhänge veranschaulicht. Unserem freundlich-kompetenten Museumsführer gelang es, den inhaltlichen Fokus des NRW-Museums von der Region Minden-Ravensberg auf die Provinz Pommern zu übertragen und mit kurzweiligen Ausführungen die gesamte Zuhörerschaft zu fesseln. Dank ihm blieb uns ein lebendiger und schöner Eindruck der Geschichte Preußens haften. Den umspannenden Rahmen der gesamten Veranstaltung bildete auch in diesem Jahr die umfangreiche Ausstellung von Literatur und Quellen, die im Tagungsraum präsentiert wurde. Die Mitglieder des Vereinsvorstandes hatten für diesen Zweck zahlreiche Unterlagen und Dokumente zur Verfügung gestellt. Hervorgehoben werden sollen an dieser Stelle neben diversen Büchern und Chroniken aus fünf ostpommerschen Kreisen auch die Kirchenbuchkopien Barzwitz, Rützenhagen, Wisbuhr, Stemnitz und Suckow. Darüber hinaus standen eine Reihe von Bestandsverzeichnissen über Kirchenbücher und Standesamtsregister in polnischen und deutschen Archiven (Stettin, Köslin, Greifswald) sowie über die vorhandenen pommerschen Zeitungen in Berlin, Stettin, Greifswald, Rostock usw. zur Verfügung. Hinzu kamen verschiedene Einwohnerlisten aus den Archiven. Auch die vereins-internen Datenbanken mit über 50.000 Datensätzen zur Orts- und Familiengeschichte konnten am PC eingesehen werden. Sämtliche ausgestellten Materialien wurden von den Tagungsgästen teilweise bis spät in die Nacht studiert. Als weiteren Höhepunkt der Veranstaltung erfolgte die Ausgabe der "Ostpommerschen Jahreshefte 2005", die auch in diesem Jahr unter Federführung von Thorsten Sick zusammengestellt worden waren. Wiederum hatten verschiedene Autoren aus unserem Teilnehmerkreis mit ihren Aufsätzen einen wichtigen Beitrag für das Gelingen der "Jahreshefte" geleistet. Diesjähriger inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Kreis Schlawe, wobei insbesondere die Berichte über die "Schulzen, Verwalter und Krüger von Bewersdorf und Warschow" von Dr. Ulrich Neitzel sowie über "Die Militärpflichtigen des Kreises Schlawe von 1868" von Dietrich Sielaff hervorzuheben sind. Zu der am Abend des Haupttages stattfindenden Mitgliederversammlung unseres Vereins waren neben den anwesenden Vereinsmitgliedern auch alle anderen interessierten Tagungsgäste eingeladen. Zentrales Thema der Versammlung bildete die Berichterstattung über den gegenwärtigen Stand der Projektarbeit. In meiner Diskussionseinleitung legte ich besonderen Wert auf die Feststellung, dass durch eine zu breite Projektvielfalt die Gefahr der "Verzettelung" besteht. Es ist daher notwendig, sich auf einige wenige Themen zu konzentrieren, diese jedoch konsequent und kontinuierlich zu bearbeiten. Je umfangreicher und langfristiger angelegt diese sind, desto mehr kommt es darauf an, dass die Fortschritte sowohl für den einzelnen Bearbeiter als auch nach außer erkennbar bleiben. Die Bedingungen einer permanenten und zielorientierten Bearbeitung konnten am Beispiel der Erfassung der Kirchenbücher im Kreis Schlawe festgestellt werden. Hierbei wirken bereits seit mehreren Jahren eine Reihe von Orts- und Familienforschern engagiert und aktiv mit, so dass inzwischen durch das Zusammenfügen der einzelnen Bausteine ein einzigartiges Gesamtwerk entstanden ist. Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung berichtete Thorsten Sick von diversen Büchern und Unterlagen des sich im Aufbau befindlichen Vereinsarchivs bzw. der Vereinsbücherei. Diese Literatur soll künftig auch den Mitgliedern im Rahmen einer vereins-internen "Fernleihe" zur Verfügung stehen. Auch der Austausch von Büchern mit anderen genealogischen Vereinen wurde als Fernziel diskutiert. Am Sonntagmittag endete die Herbsttagung 2005, die von allen Anwesenden als erfolgreiche Veranstaltung bewertet wurde. Es herrschte breite Übereinstimmung darin, die hier begonnenen Gespräche zwischen den Teilnehmern und den eingeleiteten Informationsaustausch über die Tagung hinaus fortzusetzen. Der Vereinsvorstand wurde gebeten, sowohl weiterhin Vermittler dieser Dialoge zu sein als auch die Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Projektteilnehmern zu fördern bzw. zu verbessern. Diejenigen Orts- und Familienforscher, die an Projekten des Vereins, z. B. bei der Datenerfassung von Kirchenbüchern und Einwohnerlisten, mitwirken, sollen regelmäßiger, ausführlicher und intensiver an den Fortschritten der einzelnen Projekte teilhaben. Diesem Auftrag will sich der Vorstand in Zukunft verpflichten. |
| 1. Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. in Herford/Westfalen vom 15.10. - 17.10.2004 |
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Die erfolgreiche Tagung der Arbeitsgemeinschaft "Orts- und Familienforschung Schlawe" des Vorjahres fand in diesem Herbst als Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. ihre Fortsetzung. Tagungsort war wieder das Waldesrand-Hotel in Herford, das in allen Bereichen für eine gewohnt angenehme Atmosphäre sorgte und somit zum Gelingen der Veranstaltung beitrug.
In diesem Jahr waren am Haupttag insgesamt 23 Teilnehmer, zumeist Orts- und Familienforscher aus den Kreisen Ostpommerns, angereist, womit die Teilnehmerzahl des Vorjahres deutlich übertroffen wurde. Besonders erfreulich war die Tatsache, dass viele der Vorjahres-Teilnehmer auch in diesem Jahr eine teilweise recht lange Anreise auf sich genommen hatten, um in Herford mitwirken zu können. Dieses breite Interesse an unserer Jahres-Tagung macht deutlich, dass es dem Verein gelungen ist, über seine Mitglieder und die Teilnehmer an seinen Projekten hinaus, eine Reihe von Forschern in einem engen "Freundeskreis" an sich zu binden. Somit gelingt es dem Verein, den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Orts- und Familienforschern zu stärken und sie somit bei der Erreichung ihrer genealogischen Ziele zu unterstützen. Den wichtigen Rahmen der Veranstaltung bildete auch in diesem Jahr die umfangreiche Vereins-Ausstellung, die im Tagungsraum aufgebaut war. Die Mitglieder des Vereinsvorstandes hatten für diesen Zweck sehr umfangreiche Unterlagen und Dokumente zur Verfügung gestellt. Hervorgehoben werden sollen an dieser Stelle die Standesamtregister von Altschlawe, die Kopien der Mühlenlisten aus dem Rügenwalder Amt, eine Vielzahl von Artikeln und Aufsätzen und vor allem die vollständigen Kopien der Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde von 1887-1942. Von der Lektüre der vielfältigen Unterlagen wurde von allen Teilnehmern während der gesamten Tagung Gebrauch gemacht. Darüber hinaus stand den Tagungsteilnehmern eine umfangreiche technische Ausstattung (PC, Drucker, Scanner, Mikrofich-Lesegerät) zur Verfügung. Dieses Angebot wurde ebenfalls von den Tagungsgästen angenommen und teilweise bis spät in die Nacht genutzt. Der sehr rege Erfahrungs- und Informationsaustausch stand damit im Mittelpunkt. Die Auswahl der Vorträge und der Referenten war auch in diesem Jahr von dem Wunsch geleitet gewesen, ein möglichst vielseitiges und breites Tagungsprogramm zum Thema Orts- und Familienforschung in Ostpommern anzubieten. Dr. Ulrich Neitzel, Reinhard Umlauft, Thorsten Sick und Mathias Sielaff folgten in ihren Ausführungen diesem Anspruch. Leider musste der für Sonntagvormittag geplante Gastvortrag des Referenten Eckard Witt aus Detmold kurzfristig wegen Krankheit ausfallen. An seine Stelle rückte spontan Michael Kallas mit seinen Schilderungen über Wendisch-Tychow. Zwischen Vorträgen und Forschergesprächen brachte am Samstagnachmittag der Besuch des Bad Oeynhausener Museumshofes willkommene Abwechslung und Anregung. Bei schönem und trockenem Herbstwetter besichtigten die Teilnehmer die zu einem westfälischen Bauernhof zusammengestellten Gebäude nebst deren eindrucksvollem Inventar. An den vielen originalen Einrichtungsgegenständen ließ sich uns Besuchern das tägliche Leben früherer Generationen veranschaulichen. Dank einer eindrucksvollen und freundlichen Führung blieb uns ein lebendiger und schöner Eindruck des Vergangenen haften. ![]() Die Tagungsteilnehmer während der Führung im Museumshof Bad Oeynhausen Foto: M. Kallas Als einen der Höhepunkte nutzten wir diese Veranstaltung zur Vorstellung einer neuen, regelmäßig erscheinenden Reihe des Vereins Ostpommern e. V., den "Ostpommerschen Jahreshefte 2004". Diese wurden in erster Linie von Thorsten Sick initiiert und zusammengestellt, aber auch andere Autoren aus unserem Kreis leisteten mit ihren Aufsätzen einen wichtigen Beitrag. Die Jahreshefte wurden und werden in Zukunft an alle Vereinsmitglieder kostenlos versandt. Außerdem werden die Hefte an ca. 30 Vereine und Bibliotheken als Austauschpartner unseres Vereins versandt. Alle übrigen Interessenten erhalten die Ostpommerschen Jahresheften gegen eine geringe Schutzgebühr von 5 EURO. Am Abend des Haupttages fand wie geplant die Mitgliederversammlung des Vereins Ostpommern e. V. statt. Eingeladen dazu waren neben den anwesenden Vereinsmitgliedern auch alle anderen interessierten Tagungsgäste. Nach einem Jahresbericht des 1. Vorsitzenden sowie nach dem Kassenbericht durch Thorsten Sick, wurden die beiden wichtigsten Entscheidungen dieser Versammlung gefällt. Zunächst wurde auf Antrag die Höhe des Beitrages für die Vereinsmitgliedschaft einstimmig auf 15 Euro p. a. festgelegt. Die Zahlung für die kommenden Jahre erfolgt jeweils zum 15. Februar. Nach der Festlegung des Beitragssatzes wurde Dr. Ulrich Neitzel einstimmig zum Kassenprüfer gewählt. Als Veranstalter neigt man dazu, die augenscheinlichen und messbaren Erfolge einer Tagung allein zu bewerten. Sicherlich kann uns die Zahl der Teilnehmer zufrieden stellen; schön auch, dass einige der Teilnehmer unserem Verein beitraten und/oder unsere Bemühungen in Form von Spenden anerkannten und somit unterstützten. Vermutlich liegen aber die wirklichen Erfolge darin, dass der ein oder andere in Gesprächen und Vorträgen neue Erkenntnisse erhalten hat, die ganz besonders wichtig für ihn sind. Vielleicht ergibt sich aus den geknüpften Kontakten zwischen den Forschern schon bald - oder erst eines Tages - wieder ein ganz neuer Erfolg, ein neues Ergebnis. Weil wir all dies nicht wissen, es aber dennoch vermuten, wird es auch 2005 eine Jahres-Tagung des Vereins Ostpommern e. V. geben. |
| Jahrestreffen der AGOFS in Herford/Westfalen vom 18.10. - 19.10.2003 |
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Am Samstag, den 18. Oktober 2003, trafen sich 16 Mitglieder, Teilnehmer und Interessenten der Arbeitsgemeinschaft "Orts- und Familienforschung Schlawe" zu ihrer jährlichen Zusammenkunft. Tagungsort war diesmal das Waldesrand-Hotel in Herford. Die Liste der Teilnehmer sowie ihre Anschriften und Forschungsschwerpunkte sind in der Anlage dieses Protokolls abgelegt. Sämtliche Erwartungen, die im Vorfeld an diese Tagung gesetzt waren, wurden erfüllt bzw. sogar übertroffen. Der Zusammenhalt der verschiedenen Teilnehmer untereinander sowie der hohe Grad an Übereinstimmung in allen wichtigen Fragen legte diesmal ganz besonders die Dynamik und das Potential der Arbeitsgemeinschaft "Orts- und Familienforschung Schlawe" zutage; Eindrücke, die uns alle beeindruckten und auf die wir stolz sein können.
Erstes Kennenlernen der Teilnehmer und Zusammenkunft am Vorabend der Tagung. Am späten Freitagnachmittag, am 17.10.2003, trafen sich die Tagungsteilnehmer, die bereits an diesem Tag angereist waren, um 19.30 Uhr zu einem gemeinsamen Abendessen im Hotel und zu ersten Gesprächen. Danach bezog die Runde den Tagungsraum des Hotels, der bereits mit der umfangreichen AGOFS-Ausstellung bestückt worden war. An dieser Stelle vielen Dank an Michael Kallas, Dr. Ulrich Neitzel und Thorsten Sick, die neben mir sehr umfangreiche Unterlagen und Dokumente für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatten. Nicht zuletzt auch großes Lob an die anderen Teilnehmer, die mit ihren teilweise sehr ausführlichen Forschungsarbeiten das Gesamtbild abrundeten. Hervorgehoben werden sollen an dieser Stelle die originalen Kirchenbücher von Altschlawe, Stemnitz und Barzwirtz, das Kösliner Amtsblatt von 1835, die Werke von Brüggemann sowie eine umfangreiche Sammlung der Baltischen Studien etc. Ebenso stand den Tagungsteilnehmern eine umfangreiche technische Ausstattung (PC, Drucker, Scanner, Mikrofich-Lesegerät) zur Verfügung. Bereits an diesem Abend begann der sehr rege Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern, der sich stets vor und nach den einzelnen Programmpunkten und während des gesamten Rahmenprogramms fortsetzte. Ebenfalls an diesem Abend wurde vereinbart, zwei weitere Punkte in das Rahmenprogramm aufzunehmen: Die Besichtigung der Wassermühle Kemena in Löhne-Gohfeld am Samstag und die Erwanderung und Besteigung des Herforder Bismarckturms am Sonntagmorgen. Zum offiziellen Beginn der AGOFS-Tagung am 18.10.03 begrüßte Mathias Sielaff um 10.00 Uhr die versammelten Orts- und Familienforscher. Nach einer kurzen Einführung erhielt jeder Teilnehmer Gelegenheit, sich und seine Forschungsgebiete mit einigen Sätzen vorzustellen. Gemeinsamkeiten und Überschneidungen in den Themenschwerpunkten wurden dadurch deutlich, die später in Gesprächen weiter vertieft werden konnten. Im ersten Vortrag der Tagung stellte Mathias Sielaff seinen Bericht über "Konzept und Werdegang der AGOFS 2000-2003" vor. Darin wurden sehr ausführlich die Grundsätze und Zielsetzungen unseres Zusammenschlusses erläutert. Die AGOFS ist damit ein "Dritter Weg" im Feld der Orts- und Familienforschung: Sie ist einerseits kein Verein mit fester Mitgliedschaft und Beiträgen. Andererseits ist sie mehr als nur ein Einzelforscher, der auf sich alleine gestellt arbeitet. Die AGOFS verbindet die Vorteile beider Modelle, ohne die jeweiligen Nachteile zu übernehmen, indem sie Arbeitsteilung anstrebt und jeder Teilnehmer das Maß seiner Mitarbeit selbst bestimmt. Weitere Themen des Vortrages waren Mitgliederentwicklung, Finanzen sowie die Schriftenreihe "Genealogische Schriften für Ostpommern". Außerdem wurde der gegenwärtigen Stand der aktuellen Projekte vorgestellt und von den Teilnehmern diskutiert. Derzeit werden mehrere Projekte sehr konkret und intensiv bearbeitet, so dass diese bereits im kommenden Jahr zum Abschluss, d. h. zur Veröffentlichung, gebracht werden können. "Die Mühlenchronik des Kreises Schlawe", "Die Ortschronik Wendisch-Tychow" und "Die Ortschronik Altschlawe" sind dabei die aktuellsten Themen. Mittags fand die Tagung ihre geplante Unterbrechung im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens im Restaurant. ![]() Gespräche, Diskussionen und Vorträge auf der AGOFS-Tagung 2003 in Herford Foto: M. Kallas Anschließend setzte Thorsten Sick gegen 14.00 Uhr mit seinem Vortrag "Über die Möglichkeiten der pommerschen Familienforschung in Archiven und Bibliotheken. Ein Erfahrungsbericht" den Programmteil fort. Er berichtete darin von den drei Säulen der genealogischen Forschung: Personenstandsunterlagen (Standesamtsregister, Kirchenbücher, Kirchenbuchduplikate), Literatur (Zeitungen, Adressbücher, Amtsblätter) sowie Archivmaterial (Testamente, Grundbücher etc.). Anhand eindrucksvoller Beispiele aus den verschiedensten Bereichen verdeutlichte Thorsten Sick, welche Möglichkeiten vorhanden sind und wo man für seine eigenen Forschungen weitere Ansatzpunkte finden kann. Nach einer kurzen Kaffeepause folgte ab 15.30 Uhr der 3. Vortrag des Tages. Michael Kallas führte am Beispiel seiner eigenen, sehr umfangreichen Familienforschung Unnasch in drei Schritten auf, wie sich die Ahnenreihe zunächst als nacktes Datengestell erstellen und dann durch vielerlei Beiwerk aus den unterschiedlichsten Quellen mit Leben erfüllen lässt. Letztlich wird in einem dritten Schritt der einzelne Vorfahre in die Geschichte seines Heimatdorfes, für den ausgewählten Fall war es Wendisch-Tychow Kreis Schlawe (Pommern), einbettet. Wichtige Hinweise waren die Kirchenbücher in diversen Archiven, aber auch Archive-Records der Mormonen aus den USA. Neben vielen Mitforschern, die seine Bemühungen unterstützten, half manches mal auch der Zufall weiter, dass Wissen um die vergangenen Generationen neu zu entdecken. Im Anschluss des Vortrages versammelten sich 11 Teilnehmer auf dem Hotel-Parkplatz zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Löhne-Gohfeld. Im dortigen Mühlenmuseum der ehemaligen Wassermühle Kemena erwartete uns der vormalige Müllermeister zu einer sehr kurzweiligen Besichtigung der Mühle mit ausführlicher Führung und interessanten Erläuterungen. Die Mühle war 1893 angelegt worden und bis 1991 in Betrieb. An den vielen originalen Einrichtungsgegenständen konnte der technische Ablauf und die Tätigkeit des Müllers veranschaulicht werden. Der gemeinsame Eintrag ins Gästebuch des Mühlenmuseums beschloss diesen Ausflug in die Mühlengeschichte Ostwestfalens. Nach der Rückkehr im Waldesrand-Hotel erfolgte das gemeinsame Abendessen im Restaurant. Danach stand allen Interessierten ab 21.30 Uhr der Tagungsraum mit den umfangreichen Ausstellungsstücken wieder zur Verfügung. Dieses Angebot wurde von fast allen Tagungsgästen angenommen und teilweise bis spät in die Nacht genutzt. Der sehr rege Erfahrungs- und Informationsaustausch des Vorabends fand seine Fortsetzung. Ebenfalls wurden Filmausschnitte aus dem Video von Manfred Seidenberg über den Kreis Schlawe 2001 gezeigt. Schwerpunkt dabei war die Stadt Schlawe, die teilweise in der sehr eindrucksvollen Gegenüberstellung alter Postkarten und Videoaufnahmen der Gegenwart filmisch bereist wurde. Am Sonntag, um 10.00 Uhr, hielt Gunthard Stübs seinen Vortrag über "Die pommersche Familienforschung im Internet". Darin führte er nach einer ausführlichen Begriffserklärung aus, welche Informationen wo im Internet wie zu finden sind. Suchmaschinen, private und offizielle Webseiten bieten eine Fülle von wichtigen Informationen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen war das Thema Datenbanken im Internet. Anhand einiger eindrucksvoller Beispiele, nicht zuletzt seiner http://www.pommernkontakte.de , verdeutlichte Gunthard Stübs, dass die Möglichkeiten für Orts- und Familienforscher beinahe unerschöpflich sind. Es war niemand unter den Zuhörern, der nicht durch diesen Vortrag noch hilfreiche Ansatzpunkte erfuhr. Feedbackrunde Zum pünktlichen Ende der AGOFS-Jahres-Tagung bat Mathias Sielaff gegen Mittag die Teilnehmer in einer Feedbackrunde um eine abschließende Stellungnahme. Dabei wurden sehr viel Lob und Anerkennung für die Tagung und den professionellen Verlauf ausgesprochen. Die Teilnehmer verlassen mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten den Ort der Veranstaltung. Es war der ausdrückliche Wunsch aller Anwesenden, ein Protokoll der Tagung zu erstellen, darin die Teilnehmerliste zu verschicken und dieses auch vollständig den Forschern zukommen zu lassen, die aus diversen persönlichen Gründen nicht in Herford dabei sein konnten. Abschließend wurde der Termin der nächsten Jahres-Tagung auf den 16./17. Oktober 2004 festgesetzt. Wo und in welchem Rahmen diese Veranstaltung dann stehen wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Es war der Wunsch der meisten Tagungsteilnehmer, im nächsten Jahr in ähnlicher Art und Weise wieder zusammen zu kommen. |